Segelwissen und Co.

Eine Menge Wissen ist notwendig, um ein Boot kompetent zu lenken – denn was viele aufseufzen lässt, ist unverzichtbar um sicher und richtig zu Handeln. Viele dieser Informationen sind auch unerlässlich für die Prüfung, die Sie vor eine letzte Herausforderung stellt, bevor Sie sich Ihren Traum erfüllen.

Hier finden Sie alles, was nur irgendwie interessant für einen angehenden, oder bereits fortgeschrittenen Segler sein könnte. Schauen Sie gerne öfters vorbei und vielleicht warten dann bereits mehr spannende Informationen auf Sie.

Wetterkunde und Meereskunde

Mächtig und launisch – das haben die unmittelbar voneinander abhängenden Gewalten gemeinsam. Dem Segler bleibt es nicht erspart, sich ausführlich mit Ihnen zu beschäftigen – und zu lernen, wie man Luft und Wasser für sich nutzt.

Wer sich mit Wetter auskennt, und es richtig einschätzen kann, befindet sich eindeutig auf der Gewinnerseite. Diese Kenntnisse, sowie die Beherrschung der dazugehörigen Fachdidaktik (Begriffe lernen gehört nun mal dazu!) ist nicht nur Voraussetzung für die Sicherstellung Ihrer eigenen Sicherheit, sondern auch ein Teil der Prüfung für das heißbegehrte Küstenpatent.

Nur keine Panik! Wir stellen Ihnen viel übersichtliche Information zur Verfügung, mit der Sie sich leicht das nötige Wissen aneignen können.

Während des Lesens werden Sie Step by-Step in die Welt des Wetters eingeführt, werden wiedergeben können, wie Gewitter entstehen und wie Sie richtig reagieren, sollte es zu diesen auf See kommen. Am besten klicken Sie sich durch unsere Artikel, dann verlieren die „furchterregenden“ Fremdwörter ihren Schrecken und die Gewitter ebenso.

Es gilt immer noch: Was wir nicht verstehen macht uns Angst. Nun denn! Auf in dem Kampf – und eine abenteuerliche Reise auf der Suche nach Wissen.

Luftdruckgebiete

Unter einem Tief oder einem Hoch kann sich vermutlich jeder etwas vorstellen. Die Meisten hören, auch wenn nur beiläufig, wie ein Tief sich ausbreitet und schlechtes Wetter mit sich bringt. Das gleiche gilt für das freundliche Hoch, und so weiter…

Bleibt die Frage, was die Begriffe sonst noch mit sich bringen – und was genau ist damit gemeint?

Wenn Sie sich wundern, warum Sie plötzlich zum Meteorologen mutieren müssen, dann bedenken Sie auch, dass das Wetter fast zur Gänze Ihren Segelausflug mitbestimmt.

Von der Druckeinheit „Pascal“ (Pa) leitet sich die Einheit „Hektopascal“ (hPa) her und diese entspricht in etwa einem Millibar.

Um den Luftdruck und seine Schwankungen zu erfassen, benutzen Sie einen Barographen, oder einen Barometer (zur Bestimmung des statischen Absolut-Luftdrucks).

Tief

Auf mittlerer Meereshöhe beträgt der Luftdruck 1013 hPa (oder Millibar). Sobald es zu einer Unterschreitung dieses Wertes kommt, tritt der Begriff „Tiefdruckgebiet“ in Kraft – logisch, hier ist Luftdruck nämlich tief!

Da kalte Luft nur wenig Luftfeuchtigkeit abspeichern kann, behält sie die in ihr gehaltene Luftfeuchtigkeit nicht lange für sich. Sobald die Feuchtigkeit freigegeben wird, bilden sich Wolken und/oder es kommt zu Niederschlag.

Fällt der Luftdruck also, verschlechtert sich das Wetter – und bei schnell fallender Luft entstehen Winde. Oft muss man sich bei Schlechtwetter auf sehr starken Wind einstellen (bis zur Stärke 8) und auch die Geschwindigkeit erreicht bis zu 40 Knoten.

Sollte also aus einem Tief ein richtiger Sturm entstanden sein, ist höchste Vorsicht geboten! Um solche Vorfälle zu vermeiden, sollte man sich vorher gut Informieren. Die Begriffe „rechtsdrehend“ und „rückdrehend“ verraten einem etwas über die Drehrichtung des Sturmes.

Rechtsdrehend sagt aus, dass der Sturm sich IM UHRZEIGERSINN dreht. Rückdrehend zeigt, dass genaue Gegenteil – also GEGEN DEN UHRZEIGERSINN.

Hoch

Wer sich gemerkt hat, dass beim Tief der Luftdruck unter dem Normalwert liegt, wird logisch schlussfolgern können, dass er beim Hoch ÜBER den 1013 hPA liegt. Die Luftmassen steigen hier auf den Boden ab und die Luft beginnt dadurch, sich zu erwärmen. Und wieder mal im Gegensatz zur kalten Luft, kann warme Luft um einiges mehr an Luftfeuchtigkeit speichern. Somit wird die Wolkenbildung reduziert – wir haben schönes Wetter!

Jedoch bilden sich auch hier Winde. Denn wenn die Luftmassen in Richtung Boden absinken und dort auseinander fließen, spricht man in der Meteorologie von Divergenz. Es entsteht Wind.

Vielleicht kann sich noch einer an den Physikunterricht erinnern und auch an den Ausdruck „Isobaren“. Isobarenlinien zeigen die Gebiete, in denen der Luftdruck gleich ist. Diese finden Sie in einer Wetterkarte vor.

Wetterhinweise

Nochmal zusammengefasst ist der steigende Luftdruck ein Zeichen für bald aufkommendes Schönwetter (Hoch).

Fällt der Luftdruck, wird Schlechtwetter aufkommen (Tief)

Wenn kalte Luft in eine Zone mit warmer Luft strömt, dann entsteht Wind. Wenn aber hoher Luftdruck herrscht, der rapide abfällt kommt es zu Nebel. (Auch Wolken sind Nebel – aber viel höher gelegen.

Wind (auflandig und ablandig)

Vielleicht haben Sie diese Bezeichnungen mal Beiläufig irgendwo aufgeschnappt und in diesem Beitrag gehen wir den auflandigen und ablandigen Winden nach. Was bedeutet dies eigentlich?

Nun, diese Begriffe stehen für Windverhältnisse, und sind im Wissensrepertoire eines Seglers unentbehrlich. Aber Sie werden staunen, wie einfach beide sind:

Der „auflandige“ Wind bedeutet, dass der Wind von See aufs Land zieht. Das ist dann auch der sogenannte Seewind.

Der „ablandige“ Wind steht für den Wind, der von Land auf See hinaus weht. Das ist der Landwind.

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Wenn Sie sich die Definition von einem dieser Begriffe gemerkt haben, dann können Sie unter Einsatz von ein bisschen Logik auch gleich den zweiten herleiten.

Verantwortlich für diese Unterschiede sind wieder die Unterschiede in der Wärme der Luftschichten. Der jeweilige Wind bilde sich auf einer thermischen Grundlage heraus, wenn es zu einer Erwärmung oder eben einer Abkühlung kommt, die bis dreimal so schnell ist, als gewöhnlich.

Diese wechselnden Windrichtungen enthalten bei vielen Wassersportarten einen großen Reiz. Doch sind solche Spielchen nicht immer ungefährlich, denn es können Komplikationen auftreten, wieder an Land zurück zu kehren.

Deswegen ist dann doch eher der beständige Wind der beliebtere von den beiden.

 

Beaufort Skala

Höchstwahrscheinlich haben Sie es bereits vermutet, oder gar gewusst. Die berühmte Windskala wurde nach dem britischen Admiral Francis Beaufort (ausgesprochen „Bofort“) benannt. Diesem Namen werden Sie bestimmt noch des Öfteren begegnen, wenn Sie sich eifrig an den Wassersport dranhängen, oder Ihre Segelleidenschaft ausleben. Beaufort war Hydrograf und auch an der Entwicklung der besten Seekarten der Welt beteiligt, für die er „admirality charts“ erstellte.

Eine gewisse Ironie schwingt mit, wenn man bedenkt, dass er an der Entwicklung der nach ihm benannten Beaufortskala, nur bedingt mitgewirkt hatte. Trotzdem ist sein Name mittlerweile allseits bekannt – und dafür müssen Sie nicht einmal mit dem Segeln in Berührung gekommen sein.

Die Beaufortskala ist bekanntlich eine Skala, mit der Winde nach ihrer Geschwindigkeit klassifiziert werden und gleichzeitig ist sie das am öftesten verwendete System, welches die Windgeschwindigkeit beschreibt.

In der Meteorologie und der Nautik meint man immer einen ganzzahligen Wert auf der Beaufortskala wenn man von Windstärke spricht. Es ist erst eine andere Skala gemeint, wenn sie explizit erwähnt wird. (Da gibt es z.B.: eine Tornadoskala und eine Hurrikan-Skala)

Die Auswirkungen, die starke Winde auf das Wasser haben, werden in der Beaufortskala in 12 verschiedene Einheiten unterteilt. Bei Windstärke 0 (Windstille) fängt sie an und hört bei Windstärke 12 (einem Orkan) auf.

Windstärke
in Bft

Bezeichnung der Windstärke

Bezeichnung des Seeganges (Windsee)

Beschreibung

Wirkung an Land

Wirkung auf dem Meer

0

Windstille

völlig ruhige, glatte See

keine Luftbewegung, Rauch steigt senkrecht empor

spiegelglatte See

1

leiser Zug

ruhige, gekräuselte See

kaum merklich, Rauch treibt leicht ab, Windflügel und Windfahnen unbewegt

leichte Kräuselwellen

2

leichte Brise

schwach bewegte See

Blätter rascheln, Wind im Gesicht spürbar

kleine, kurze Wellen, Oberfläche glasig

3

schwache Brise

Blätter und dünne Zweige bewegen sich, Wimpel werden gestreckt

Anfänge der Schaumbildung

4

mäßige Brise

leicht bewegte See

Zweige bewegen sich, loses Papier wird vom Boden gehoben

kleine, länger werdende Wellen, überall Schaumköpfe

5

frische Brise

mäßig bewegte See

größere Zweige und Bäume bewegen sich, Wind deutlich hörbar

mäßige Wellen von großer Länge, überall Schaumköpfe

6

starker Wind

grobe See

dicke Äste bewegen sich, hörbares Pfeifen an Drahtseilen, an Telefonleitungen

größere Wellen mit brechenden Köpfen, überall weiße Schaumflecken

7

steifer Wind

sehr grobe See

Bäume schwanken, Widerstand beim Gehen gegen den Wind

weißer Schaum von den brechenden Wellenköpfen legt sich in Schaumstreifen in die Windrichtung

8

stürmischer Wind

mäßig hohe See

große Bäume werden bewegt, Fensterläden werden geöffnet, Zweige brechen von Bäumen, beim Gehen erhebliche Behinderung

ziemlich hohe Wellenberge, deren Köpfe verweht werden, überall Schaumstreifen

9

Sturm

hohe See

Äste brechen, kleinere Schäden an Häusern, Ziegel und Rauchhauben werden von Dächern gehoben, Gartenmöbel werden umgeworfen und verweht, beim Gehen erhebliche Behinderung

hohe Wellen mit verwehter Gischt, Brecher beginnen sich zu bilden

10

schwerer Sturm

sehr hohe See

Bäume werden entwurzelt, Baumstämme brechen, Gartenmöbel werden weggeweht, größere Schäden an Häusern; selten im Landesinneren

sehr hohe Wellen, weiße Flecken auf dem Wasser, lange, überbrechende Kämme, schwere Brecher

11

orkanartiger Sturm

schwere See

heftige Böen, schwere Sturmschäden, schwere Schäden an Wäldern (Windbruch), Dächer werden abgedeckt, Autos werden aus der Spur geworfen, dicke Mauern werden beschädigt, Gehen ist unmöglich; sehr selten im Landesinneren

brüllende See, Wasser wird waagerecht weggeweht, starke Sichtverminderung

12

Orkan

außergewöhnlich schwere See

schwerste Sturmschäden und Verwüstungen; sehr selten im Landesinneren

See vollkommen weiß, Luft mit Schaum und Gischt gefüllt, keine Sicht mehr

(Quelle: Wikipedia)

Windsysteme

Woran denken Sie wenn sie „Passat“ oder „Scirocco“ hören? Die erfahrenen Segler werden Schmunzeln, die Einsteiger unter Ihnen werden vermutlich einen Blitzgedanken an diverse Automodelle haben – so ist es auch. Viele Modelle von VW wurden nach bekannten Windsystemen benannt. Diesen amüsanten Zusammenhang konnte man kaum weglassen. Die Winde stellt also ein Inspiration für die Automobilindustrie dar.

Hier wird nur auf ein paar wichtige Windsysteme eingegangen, aber es gibt einige mehr, als Sie hier vielleicht aufgelistet und definiert finden.

Die bekanntesten Windsysteme sind die saisonalen: Passat, Mistral, Scirocco, Bora und der Monsunwind.

Passat

Dies ist ein sehr gemäßigter und beständiger Wind. Er kommt in den meisten tropischen Seegebieten vor. Eigentlich funktioniert das Prinzip des Passats sehr einfach. Ähnlich wie bei den Luftdruckgebieten. Die brennende Sonne erhitzt die Luft am Äquator, die dann aber vom Äquator selbst wegzieht. Um ihn herum entstehen dann sogenannte Tiefdruckrinnen, also breite Tiefdruckgebiete. Die Luft kühlt ab, sinkt zu Boden und die Hochdruckluft strömt wieder in die Richtung der Tiefdruckrinnen.

Weht der Wind vom Osten her, so hat man einen Nord-Ost-Passat. Dort wo die erhitzte Luft aber nach Süden weiterzieht entsteht ein Süd-West-Passat.

Mistral

Der Mistral ist ein sehr starker und vor allem kalter Fallwind, der sogenannte Nordföhn, der aus der nordwestlichen Richtung kommt.

Lassen Sie sich nicht in die Irre führen, denn der Mistral kann am Anfang fast zärtlich, warm und sanft wirken, da die Landmasse zu dieser Zeit noch aufgewärmt ist. Doch wenige Zeit später (manchmal auch Tage) kann er zu einem verdammt starken Wind mutieren.

Wenn man von „Mistral“ spricht, verwendet man diesen Namen meist in Verbindung mit der Provence. Deswegen ist die beste Ausgangslage für diesen, wenn ein Tief über Nordfrankreich in Richtung Osten abzieht. Die Alpen und Pyrenäen stellen eine von der Natur geschaffene Höhenbarriere in Südfrankreich dar und genau diese Barrieren leiten die aus Norden strömende Polarluft in Rohnêtal um. Hier wird sie kanalisiert.

Wer einen Mistral vor seinem plötzlichen Einsetzen erkennen will, der achtet am besten auf die Lenticulariswolken (auf die Später in diesen Artikeln eingegangen wird).

Bora

Segler die insbesondere in Kroatien und auch in Montenegro verkehren aufgepasst – denn mit Bora ist hier kein Auto gemeint, sondern ein sehr starker Fallwind an der Adriaküste.

(Wen es dennoch interessiert, den Namen ergatterte er vom Gott des Nordwindes aus der griechischen Mythologie: Boreas)

Betroffen sind vor allem die Gebiete zwischen Triest und der Nordwest-Küste Kroatiens, sowie die Teile von Süddalmatien und Montenegro. Hier zählen die Bora-Winde zu den stärksten der Welt und erreichen Geschwindigkeiten einzelner Böen von bis zu 200 km/h!

Da genau diese Gebiete ein beliebtes Ziel für Segeltouristen sind, werden viele mit dem Wind konfrontiert.

Damit stellt dieser Wind selbst für erfahrene Segler eine Gefahr dar und stellt all ihr Können auf die Probe. Am besten man verbringt seinen Tag bei so einem Wetter an Festland – wo übrigens auch oft genug der ganze Verkehr wegen Bora-Winden flach gelegt wird.

Wie lange nun so ein Bora dauert hängt teilweise auch von den Jahreszeiten ab. In den Sommermonaten bleiben die Wassersportfanatiker wenigstens so weit verschont, dass sie den Wind nicht länger als einen Tag ertragen müssen. Jedoch in den Wintermonaten umso mehr – hier dauert kann es sich bis hin zu 2 Wochen ziehen!

Die Winde vom Bora-Typ wandern aus dem Polargebiet her und entstehen durch einen starken Kaltluftausbruch, die als nördliche Strömungen zum Adria-Küstengebiet schleichen.

Scirocco

Diese Schlingel von der Autoindustrie… Sie schleichen sich in die Medien und verbreiten die Werbung für ihre Autos, so dass kaum einer mehr an den Wind denkt, wenn er all diese Namen – vor allem den des Scrirocco hört.

Um von den kalten Winden wegzukommen (In diesem Moment schneit es gerade, da freut man sich, über ein bisschen Wärme berichten zu können – auch wenn diese Wärme gefährlich werden könnte!) – der Scriocco ist ein heißer Wind. Er weht typischerweise aus südlichen bis süd-östlichen Richtungen her. Von der Sahara Richtung Mittelmeer.

Der Wind behält seine Gleichmäßigkeit und weht in den Sommermonaten, aber auch im Frühjahr und Herbst kann er einem begegnen.

Wie entsteht nun so ein Scirocco? Nun, er kommt zustande, durch die Temperaturdifferent zwischen kühlen Tiefdruckgebieten (etwa in Südeuropa) und natürlich der heißen Luft, die sich über der Sahara befindet.

Und je größer dieser Temperaturen-Unterschied ist – desto mächtiger und stärker wird der Scirocco! Also funktioniert das ganze wie bei der Theorie zu den auflandigen und ablandigen Winden.

Wenn wir schon von Sahara sprechen – Sie können sich vermutlich vorstellen, dass der Wind von dort enorme Mengen an Staub mit sich bringt. Nämlich Sandstaub. Deswegen erkennt man eine Scriroccofront sofort, da sie sich in ihren bräunlichen Tönen von den Front-Kollegen unterscheidet.

Und als wäre das nicht genug, behindert der Scirocco auch die Sicht sehr stark, ebenfalls aufgrund der großen Mengen an Sand. Deswegen sollten Segler diesen nie unterschätzen und die Sicherheitsmaßregeln beachten. Denn es könnte sein, dass Sie sich mit akustischen Signalen beschäftigen werden müssen.

Gewitter

Der Schrecken aller, die sich gern auf See aufhalten. Kein Wunder – sind Gewitter doch oftmals eine enorme Gefahr, welche nicht nur starke Winde, sondern auch Blitzentladungen mit sich bringt. In diesem Fall wagt man sogar zu behaupten, dass Gewitter auf See um einiges gefährlicher sind, als an Festland.

Man lernt vermutlich noch vor dem ersten Physikunterricht, dass der Blitz immer in das höchste Objekt in der Umgebung einschlägt, da er sich den kürzesten Weg sucht.
Wenn man sich an sicherem Festland befindet ist es fast immer so, dass irgendwo noch ein Baum oder ein Haus steht, welches durchaus höher als man selbst ist. Eventuell kann man sich auch in den Schutz des eigenen Autos flüchten.

Schwer wird ähnliches auf See, denn die Wasseroberfläche weist kaum Erhebungen auf, die höher sein werden, als Ihr Boot. Aufgrund der glatten Oberfläche ist so gut wie jedes auf dem Wasser schwimmende Ding gleichzeitig auch das höchste Objekt.

Wasser, oder besser gesagt das was Wasser sonst noch in sich hat, leitet extrem gut – und sollte sich ein Blitz genau dann entladen, wenn sich ein Schwimmer auf panischer Flucht aus dem Wasser befindet, könnte dies tödlich für ihn enden.
Stellen Sie sich einmal vor, dass die höchste, bisher gemessene Temperatur eines Blitzes beim Einschlag betrug rund 30 000° Celsius! Da will man auf keinen Fall der Größte sein ;)

Wie schütze ich mich am besten

Optimal wäre natürlich, noch rechtzeitig das rettende Ufer zu erreichen und sich in Sicherheit zu bringen – aber oft hat man einfach nicht so viel Glück.
Sind Sie also immer noch auf offener See, während Sie von einem Gewitter überrascht werden, so sollten Sie auf jeden Fall von Ihrer Rettungsweste Gebrauch machen. Alles was auf Metall ist stellt eine potentielle Gefahr dar, oder gar Dinge, die elektrisch funktionieren – wie zum Beispiel Funksysteme. Diese sollten sofort ausgeschaltet werden, da sie die Wahrscheinlichkeit, dass der Blitz genau in Ihrer Nähe einschlägt, um einiges erhöht.

Aber Blitze sind oft nicht das einzige Problem, welches ein Gewitter mit sich bringt. Ebenfalls typisch für dieses Wetterphänomen sind auch Erscheinungen wie starker Wind und Regen. Vor allem Regen ist so gut wie immer mit dabei, auch wenn sie Blitze und den begleitenden Donner schon viel früher sehen und hören können. Wenn Sie sich mitten in einem Gewitter befinden, dann können Sie davon ausgehen, dass es regnet.

Und was passiert, wenn Sturm und Regen aufeinander treffen? Nun, der Leidtragende ist auch in diesem Fall der Segler, der nicht nur mit schwerwiegenden Schäden an seinem Boot rechnen kann, sondern auch mit massiven Sichtbeeinträchtigungen. Man will sich gar nicht vorstellen, was passiert, wenn plötzlich der Mast bricht, oder wenn man durch den heftigen Wind vom Kurs abkommt und abdriftet. Leider ist genau das oft der Fall.

Also sollten die Segel bei einem Gewitter, dem man nicht mehr entfliehen kann, eingerollt werden, oder zumindest teilgerefft. Um die losen Gegenstände auf dem Boot, sowie auch in der Bilge sollte man sich dann ebenfalls kümmern – sonst werden auch diese zu einer unvorhersehbaren (aber größtenteils vermeidbaren) Gefahr.

Entstehung des Gewitters

Wie erkennt man nun ein solches Gewitter? Wann droht es über einen herein zu brechen? Es ist notwendig und wichtig, über einige Details der Entstehung und dem Ablauf des Gewitters bescheid zu wissen.

Wie wir schon in den vorherigen Artikeln gelernt haben, spielen bei den Gewittern wie bei der Entstehung von Winden die verschiedenen Temperaturen von Luftmassen und die verschiedene Luftfeuchtigkeit eine große Rolle.

Im Großen und Ganzen kann man sagen, dass Gewitter oft dann entstehen, wenn über einen längeren Zeitraum hinweg die Sonne ihre warme Seite zeigt. Herrscht also länger Hitze, kann man darauf hin bald ein Gewitter erwarten.

Denn die Luft und der Boden nun erhitzt sind, kann es dazu kommen, dass sich Kaltluft, die aus den höheren Luftschichten kommt, sich über die erwärmte Bodenluftschicht legt. Und da warme Luft nun bekanntlich wärmer ist als kalte, beginnt die Warmluft rasch nach oben zu steigen.

Nun kommt es darauf an, wie hoch der Unterschied bei den Temperaturen der zwei Luftmassen ist – je höher nämlich, desto schneller steigt die warme Luft nach oben.